aktuelles    termine    berichte    texte    chronik    links    kontakt 

 
  >> chronik // 2004
 
 Chronik rechter Aktivitäten im Bezirk


13.12.04: Ca. 60 Nazis vertreiben linke Besucher eines Hardcorekonzertes aus dem staatlichen Jugendclub EastEnd. Dort fand ein seit Wochen angekündigtes Konzert mit Bands aus dem Utgard Tatoo Umfeld statt. Das Nazis auf dem Konzert auftauchen würden, war Clubbetreibern und Veranstalltern schon vorher klar. "Das kann man ja hier schon gar nicht mehr verhindern". Durch antifaschisten Protest konnte jedoch verhindert werden, dass die Band Withheld
(mit dem Treptower ex-Nazi Christian Ortmann) spielen durfte. Diese und andere Bands (u.a Stomper, Anticop und Agitate) hatten im vergangen Jahr bereits ein Konzert in Berlin-Friedrichshain in der K17 durchgeführt. Da dort auch ca. 80% der Konzerbesucher Faschos waren, musste mensch bloß eins und eins zusammenzählen und wusste was für ein Puplikum im EastEnd zu erwarten war. Die Veranstalter sahen im voraus keinen konkreten Grund das Konzert abzusagen - obgleich sie wussten was sie erwarten wird. Um zu verhindern, dass Leute mit verfassungswidrigen Symbolen auf die Party kommen, saß am Einlaß nen ex-Bulle der die Security (gestellt und organisiert u.a. über das "Abgedreht") unterstützte. Transparente mit den Aufschriften: "good night - white pride" wurden überhangen und von Anticop sogar abgerissen. Die letzten linken Besucher, die sich doch reingetraut haben wurden kurzerhand wieder rausgeworfen, so dass das Konzert ohne weitere "Störung" stattfinden konnte. Weder Veranstalter noch Organisatoren sahen in diesen Zwischenfällen einen Grund das Konzert zu beenden.

Dezember 04 Auf einem Innenhof der Lilli-Braun-Straße 2 wurden Hakenkreuze in den Schnee getreten. Eines der Hakenkreuze hatte einen Durchmesser von ca. 15 Metern, das andere war in etwa halb so groß.

25.09.04: Auch zur späteren nächtlichen Zeit gab es weitere Übergriffe von Nazis. Am U-Bahnhof Cottbusser Platz wurde eine Gruppe Linker von Nazis zusammengeschlagen. Desweiteren versammelten sich ca. 20 Nazis am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord um Leute nach dem Weg zum Jugendclub U5 zu fragen (in dem an diesem Abend ein Linkes Konzert statt fand).

25.09.04: Ebenfalls kam es am Rande einer Antifa-Kundgebung in Berlin-Hellersdorf, am gleichnamigen U-Bahnhof zu einer Auseinadersetztung mit Neonazis. Desweiteren stürmt ein Mann auf die Kundgebung und versucht uns die Transparente zu entreißen. Die Polizei kam hinzu und klopfe ihm auf die Schulter um ihn zu bitten "Lass ma gut sein!" und stehen anschließend noch 5 min. mit ihm herum, reden, lachen und geben ihm die Hand und lassen ihn laufen.

25.09.04: Es kam zu einem Übergriff von 7 frustrierten Nazis auf 3 Antifas im Biesdorfer Park. Nachdem 7 Nazis 3 Antifas in einem Kaisers (nähe Biesdorfer Park)anpöbelten und herumschubsten, wurde die Polizei gerufen und die Nazis auf unbestimmte Zeit festgehalten. Dass das nur halbherzig geschah erfuhren die Antifas ca. 5 min. später am S-BHF Biesdorf. Die Nazis stürmten auf sie los, traten und schlugen (mit Faust und Bierflasche) auf sie ein. Einer der Antifas erlitt eine Prellung am Arm und eine Platzwunde unter dem linken Auge. Die Nazis verzogen sich grinsend nach ihrer brutalen Aktion mit dem Satz: "Wir sehen uns nacher, im Zeckenclub an der U5" Später wurden sie am Rande einer Antifakundgebung in Hellersdorf auf dem Erntefest wiedererkant.

27.08.04: Ein Punkkonzert wurde durch Nazis gestört. In Berlin-Hellersdorf fand am Freitag eine Geburtstagparty mit einem Konzert von „Stadtrand“ und „Havanna“ im U5 vor 150 Leuten statt. Die Feier wurde von etwa 10-15 Nazis überschattet, die sich dort frei bewegten. Um etwa 21:30 Uhr betraten ca. 15 meist schwarz gekleidete Personen den Raum, noch war man sich über die Gestalten unschlüssig, doch dann erkannte man die ersten Gesichter altbekannter Nazikader. Keiner der Anwesenden Gäste wagte es sich dort einzuschreiten, auch nicht, als die ersten Antifa - Plakate von den Wänden gerissen wurden. Skandalös ist aber, dass ein Teil der Nazis als Türsteher fungierte. So wurden schon beim Einlass, Gäste eingeschüchtert und abgeschreckt. Die Band „Stadtrand“ spielte gemächlich ihr Set runter und probierte nach einer Weile die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass sich Nazis unter den Zuschauern befinden. Darauf gab es wohl leichte „Auseinandersetzungen“ (auf verbaler Ebene) und die Nazis machten den Anschein, dass sie abziehen. Als sich jedoch die Band „Stadtrand“ offen auf der Bühne für ihre „Warnung“ entschuldigte und auf ein gemeinsames feiern plädierte, zogen die Nazis wieder in den Club ein. Fazit: Bis 4 Uhr morgens feierten 30 zum Teil bekannte Nazis, zwischen Punks und Sharps.

05.06.04: Ein 33-jähriger aus Benin stammender Mann wird von einer Gruppe von sieben Männern am S-Bahnhof Springpfuhl rassistisch beleidigt. Alle besteigen den Zug. Am Bahnhof Wartenberg verlässt der 33- Jährige den Zug. Er wird von der Gruppe verfolgt, von einem zwei Meter großen Mann gegen die Stirn geschlagen und mit Springerstiefeln in den Unterleib getreten. Der Mann kann flüchten. Die Täter ebenfalls.

15.04.04: Ab 16.00 hielten ca.10 Neonazis eine Kundgebung am S-Bhf.Marzahn ab. Angemeldet hatten sie diese bis 24:00. Der Grund für diese Verkündigung deutsch-nationalen Gedankengutes ist ersichtlich. Hier am S-Bahnhof Marzahn wurde am 20.03.2004 der 20-jährige Zweirad- Mechaniker, Thomas Pötschke von einen Tunesier erstochen. Die NPD und andere Nazis versuchen nun an der bürgerlichen Verurteilung des Tunesiers anzuknüpfen, um ihr faschistoides Gedankengut anhand von „Tatsachen“ zu beweisen und mal wieder salonfähig zu machen. Dass in der Presse nie die Aussage des Tunesiers erscheint und man den Mythos des zivilcouragierten Deutschen erbaut, der den „randalierenden“ Tunesier stoppen wollte und damit sein Leben verlor, zeigt wie sehr die deutsche Gesellschaft mit rassistischer Vorverurteilung zersetzt ist. In keiner bürgerlichen Presse kam der Verdacht auf, dass man hier eventuell das Opfer zum Täter macht.

12.04.04: In Marzahn sind 15- bis 18-Jährige Jugendliche von jungen Männern verprügelt worden. Sie hatte "Nazis Raus" gerufen und wurden darauf hin zusammengeschlagen. Die angegriffenen erlitten dabei unter anderem Nasenbeinbrüche.

07.04.04: Neonazis halten eine von 15.00 bis 23.00 Uhr angemeldete Mahnwache für Thomas Pötschke ab. Zwischenzeitlich beteiligen sich bis zu 50 Neonazis an der Mahnwache, die mit einem Fackelmarsch endet. Sie tragen Transparente mit den Aufschriften "Deutschland uns Deutschen" und "Multikulturell= Kriminell".

03.04.04: In Marzahn findet ein Trauermarsch in Gedenken an Thomas Pötschke, der von der Boulevardpresse zum „Helden von Marzahn“ verklärt wird, statt. In der rechtsextremen Szene wird er nunmehr als der „Märtyrer von Marzahn“ gehandelt. Hintergrund: Am 20.03.2004 wird der 20-jährige Zweirad- Mechaniker, Thomas Pötschke von einem Tunesier am S-Bhf. Marzahn erstochen.
Die Kontakte der Anmelder der Demonstration – „Security Disko M“ – in die rechte Szene sind nicht zu unterschätzen. Den etwa 600-800 TeilnehmerInnen sind etwa 200 TeilnehmerInnen "dem "Rechten Lager" zugehörig: B&H, NPD, „Hammerskins“, „Kameradschaft Tor“ (Friedrichshain), „Skinhead-Gemeinschaften Marzahn und Hellersdorf“, „Wotans Volk“, DVU, BFC Hooligans und etliche Mitläufer. Sie zeigen zum Ende des Trauermarsches ihre zunächst bedeckt gehaltenen rechte Symbole (T-Shirts, Tätowierungen, Basecaps).

Januar04: Neonazis aus Berlin-Marzahn zerstören Auslagen des Zeitungsladens im Hauptbahnhof von Dessau. Es wurde Strafanzeige gestellt.
 

 
 Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Zeuge oder Opfer
 rechter Gewalt sind!


Neben zahlreichen neonazistischen Sprühereien und Aufklebern, die ständig im Straßenbild von Marzahn-Hellersdorf auftauchen, existiert nach wie vor ein Potential für rechte Gewalt im Bezirk. Auch organisierte Neonazis von NPD und "Freien Kameradschaften" nutzten die Öffentlichkeit für eigene Aktionen. Um geeignet dagegen vorgehen zu können müssen diese Aktivitäten dokumentiert werden. Viel zu oft werden neonazistische Aktivitäten in kleinem Rahmen weitererzählt und geraten bald wieder in Vergessenheit. Darum: Schicken Sie uns Informationen zu Übergriffen, Sprühereien und Treffpunkten der rechten Szene in Marzahn-Hellersdorf an: abm[at]riseup.net
 

 
 Information zur Weiterveröffentlichung


Linken Initiativen und der Presse ist es gestattet, Teile der Chronik für eigene Veröffentlichungen zu nutzen, wenn sie mit einer Quellenangabe versehen sind. Eine Mitteilung bzw. ein Belegexemplar würde uns freuen. Anderweitige Veröffentlichungen (staatliche Institutionen u.ä.) benötigen eine vorangehende Erlaubnis von uns.

 

 
 Chronik der vergangenen Jahre


Wir dokumentieren Aktivitäten neonazistischer und anderer reaktionärer Spektren. Wir sind bemüht die Chronik bis in die 1980er Jahre zurück zu ergänzen und stetig weiterzuführen.

* Chronik 2009
* Chronik 2008 (PDF-Download)
*
Chronik 2007 (PDF-Download)
*
Chronik 2006
* Chronik 2005 (PDF-Download)
* Chronik 2004
* Chronik 1987-2003

 

 
 Nazis im Bezirksparlament von Marzahn-Hellersdorf
 Dokumentation der NPD-Aktivitäten in der lokalen BVV


Seit Oktober 2006 ist die NPD mit drei Verordneten in der BVV von Marzahn-Hellersdorf vertreten. Das Projekt Nip - Nazis in den Parlamenten dokumentiert die Aktivitäten der NPD-Fraktion sowohl parlamentarisch, als auch außerparlamentarisch. Außerdem wird über die Ideologie der NPD aufgeklärt und Hintergründe zu den einzelnen NPD-Verordneten dargestellt.