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27.12.05:
An einer
Plus-Kaufhalle in Alt-Marzahn wird die mit schwarzem Sprühlack
geschriebene Parole „KILL ANTIFA sympth - ANB"
(sic!) entdeckt.
Ende
November
Auf den Rollladen des Parteibüros der Die Linke/PDS in der
Hellen Mitte wird mit Filzstift „. IHR JUDEN" geschrieben.
27.11.05:
Am Wochenende wird auf den Boden vor beiden
Eingangstoren des Gymnasiums in der Blenheimstraße in Alt-Marzahn mit
Sprühlack geschrieben „Fuck Silvio Meier". An zwei Glascontainern, auf
denen vorher Plakate für die Silvio-Meier-Demo klebten, werden jeweils
zwei Hakenkreuze und SS-Runen gesprüht. Im selben Zeitraum wird an die
Fahrplansäule der Tram-Haltestelle Brodowiner Ring mit Edding
geschmiert „Kill Silvio Meier"
und „Scheiss Silvio". Auch
wird an der Bushaltestelle Rebhuhnweg ein Hakenkreuz auf einen
Mülleimer und, in der Nähe auf den Boden, der Satz „Zecken aufs Maul"
gesprüht. Außerdem wird am Freizeitforum Marzahn die Parole „NAZI YOUR
END IS NEAR" zu „ANTIFA YOUR END IS NEAR" umgeschrieben.
19.11.05:
An der Fassade
des „Kolonialmarkt", nahe der Tram-Station Max-Hermann-Straße, wird
ein gesprühtes Hakenkreuz entdeckt.
18.11.05:
In der Nacht
gegen 1:30 Uhr, wird das alternative Hausprojekt AJZ „Kita" von
Neonazis angegriffen. Sie kleben diverse NPD-Aufkleber an die
Eingangstüren, die Fassade und auf Autoscheiben und werfen mit
Flaschen auf Fenster, zerstören eines. Als dieses bemerkt wird, kann
keiner der Angreifer mehr ausgemacht werden.
01.11.05:
In der Nacht werden zwei verschiedene Spuckies
mit antirepressiven Sprüchen und militanten Bildern im Wohngebiet
Landsberger Tor, entlang der Landsberger Allee und im Wohngebiet
Brodowiner Ring geklebt. Unterschrieben sind sie mit
„NRZ - Bundesweite Aktion".
17.10.05:
Am ersten Montag
nach den Herbstferien werden in der Alice-Salomon-Fachhochschule in
Hellersdorf mehrere Exemplare der Zeitschrift „[in'vers]"
ausgelegt. Dies ist im Laufe des Jahres wohl mehrmals geschehen.
27.09.05:
Am Nachmittag
wird ein junger Mann in der U5 von zwei Neonazis bedroht. Die beiden
etwa 20-jährigen Männer steigen U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße zu,
identifizieren ihn als Antifaschisten und versuchen ihn zu
fotografieren. Als dieser sich abwendet und sich entfernt folgen ihm
die beiden. Am U-Bahnhof Hellersdorf steigt er aus und sucht in einem
Imbiss Schutz, die Neonazis folgen ihm und warten davor. Mit den
Sätzen "Komm raus, Du Bastard! Komm doch raus, Du Judenfreund!" –
wahrscheinlich in Anspielung auf seinen Anstecker mit der Aufschrift
„Solidarität mit Israel!" - fordern sie ihn auf, diesen wieder zu
verlassen. Kurz darauf verschwinden die beiden Neonazis in Richtung
„Kino Kiste".
23.09.05:
Am späten Abend
erscheinen etwa 6 Neonazis vor dem Hellersdorfer Jugendklub „Kiste",
wo ein Konzert stattfindet. Sie pöbeln einige Gäste an und schlagen
einem ins Gesicht, welcher sich daraufhin zur Wehr setzt. Plötzlich
zieht einer der Angreifer eine Handfeuerwaffe aus seiner Hose und hält
sie dem jungen Mann an die Stirn. Als die Polizei eintrifft flüchten
die Täter und werden kurz darauf am UBahnhof Hellersdorf festgenommen.
Näheres ist uns dazu nicht bekannt.
23.09.05:
Am U-Bahnhof
Hellersdorf wird auf einem Fahrplan die Schmiererei „NUR HERTHA IHR
JUDEN! HB '98" entdeckt.
20.09.05:
Etwa 10 Neonazis
sammeln sich auf dem Rummelplatz des Erntefest in Hellersdorf. Sie
tragen teilweise Bomberjacken und Springerstiefel. Als wäre es
verabredet, bereiten sie sich auf einen Kampf vor, holen Schlagringe
hervor und greifen zu Glasflaschen. Beim kurz darauf folgenden
Herannahen der Polizei ergreifen sie die Flucht.
18.09.05:
Bei der
Bundestagswahl erreichen rechtsextreme Parteien folgende Ergebnisse:
|
Partei |
Erststimmen |
Zweitstimmen |
|
absolut |
in % |
absolut |
in % |
|
NPD |
5428 |
3,7 |
4634 |
3,2 |
|
Die
Republikaner |
- |
- |
731 |
0,5 |
|
Bürgerrechtsbewegung Solidarität |
1326 |
0,9 |
501 |
0,3 |
In
Marzahn-Nord erhielt der Direktkandidat der NPD,
Matthias Wichmann, immerhin 11,6% der
abgegebenen
Stimmen eines Wahlbezirkes. Im Schnitt lag der Stimmenzuwachs für
die NPD um ein Prozent. Sollte sich an dem WählerInnenverhalten
nichts ändern, wird diese Partei, aufgrund der Senkung der
Einzugshürde auf drei Prozent, Verordnete in der nächsten
Bezirksverordnetenversammlung stellen.
16.09.05:
Am U5-Bhf.
Kaulsdorf Nord findet eine antifaschistische Kundgebung statt,
anlässlich des brutalen Übergriffes von Neonazis auf einen Schwarzen
wenige Tage zuvor. Während der Veranstaltung hält ein Auto direkt
davor und 4 Neonazis entsteigen diesem. Bevor weiteres passieren kann,
werden sie von der zahlreich präsenten Polizei wieder zum Einsteigen
bewegt, der Wagen wird gesichtet und es werden Personalien
festgestellt.
14.09.05:
Ein NPD-Wahlstand
ist in der Hellen Mitte aufgebaut, nur etwa 50 Meter von einem
PDS-Stand entfernt. Es sind fünf Neonazis vor Ort, darunter
Matthias Wichmann. Ein
Oberlippenbartträger mit Schäferhund soll offensichtlich den Stand
schützen. Nach Berichten stößt die Wahlwerbung bei PassantInnen nicht
nur in Ausnahmefällen auf Interesse.
14.09.05:
In der Nacht
werden in Marzahn mindestens 35 NPD-Aufkleber im Bereich der
Tram-Haltestellen Alt-Marzahn und Jan-Petersen-Straße, sowie
Blumberger Damm Ecke Landsberger Allee geklebt. Auch werden
NPD-Plakate an Litfaßsäulen an der Kreuzung Allee der Kosmonauten /
Landsberger Allee und gegenüber der Tram-Haltestelle
Jan-Petersen-Straße geklebt.
12.09.05:
Ab etwa 7:30 Uhr
verteilen bis zu fünf Wahlhelfer der NPD die sogenannte
„Schulhof-CD" (Titel „Anpassung ist Feigheit - Lieder aus
dem Untergrund") an der Rudolf-Virchow-Gesamtschule in Marzahn. Viele
SchülerInnen nehmen diese zunächst am Schultor entgegen, wollen sie
dann aber schnell wieder loswerden und übergeben sie deshalb einer
62-jährigen Lehrerin, welche auf dem Schulhof steht. Einer der
Neonazis wird darauf aufmerksam, geht auf die Frau zu und fordert sie
auf, ihm die CDs zurück zu geben, was sie jedoch ablehnt. Ein zweiter
Neonazi nähert sich und entreißt der Lehrerin einen Stapel CDs.
Daraufhin gehen beide Männer zurück vor das Schultor und verteilen
weiter. Lehrer haben inzwischen die Polizei gerufen; als diese
eintrifft, haben sich die Neonazis jedoch schon entfernt. Die
gewaltsame Wegnahme der CDs wird als Raubtat gewertet. Die Lehrerin
wurde nicht verletzt. Einige Tage später erkennt die Lehrerin den
Täter in einer TV-Reportage wieder. Demnach handelt es sich um den
langjährigen NPD/JN-Funktionär Andreas Storr, der während der 1990er
eine zentrale Rolle im neonazistischen Milieu des Bezirkes spielte.
11.09.05:
Am Sonntagabend
wird ein 49-jähriger Schwarzer aus Hellersdorf von drei Neonazis aus
demselben Stadtteil - Silvio S. (28), Mike J. (23) und Willi B. (20) -
rassistisch beschimpft, angegriffen und verletzt. Nachdem George D. am
Bahnhof Kaulsdorf-Nord gegen 21 Uhr 15 aus der U-Bahn steigt, wird er
in der Nähe des „Quick Imbiss" von den drei Männern unter anderem mit
den Worten „Scheiß Nigger, verpiss Dich!" beschimpft und angegriffen.
Der 49-Jährige versucht in Richtung Hellersdorfer Straße zu flüchten,
wobei ihm die verfolgenden Angreifer mindestens zwei Bierflaschen
hinterherwerfen, von denen ihn eine am Kopf trifft, so dass er zu
Boden geht. Anschließend tritt Silvio S. auf den am Boden Liegenden
ein. Dieser kann sich in einen BVG-Bus flüchten, dessen Fahrer die
Polizei alarmiert, die die drei Neonazis im Imbiss festnehmen. Sie
tragen verbotene NS-Symbole an sich. George D. kommt zur ambulanten
Behandlung in ein Krankenhaus. Die Festgenommenen werden nach
erkennungsdienstlicher Behandlung und Blutentnahme entlassen.
Am selben
Tag ist am S-Bahnhof Marzahn ein BüSo-Wahlstand
aufgebaut.
09.09.05:
Am Sartre-Gymnasium in Hellersdorf werden
mehrere Exemplare der Zeitschrift „[in'vers] -
unabhängige schüler- & jugendzeitung"
verteilt.
08.09.05:
Auf dem Rollladen
des Marzahn-Hellersdorfer Parteibüros der Die Linke/PDS in der
Henny-Porten-Straße (Helle Mitte) wird der Satz „PDS KÖPFEN" entdeckt.
Geschrieben ist er mit dem selben schwarz-braunen Sprühlack (sogenanntes
„Terrorschwarz"), welcher bei anderen Schmierereien zuvor schon
verwendet wurde (so z.B. am 19.08.05). In der Nähe, in einem
Hausdurchgang in der Heidenauer Straße, steht - mit dem selben
Schriftbild, allerdings mit einer Chromfarbe - geschrieben „SMASH
ANTIFA", daneben ein Hakenkreuz.
05.09.05:
Ein Taxifahrer, der gegen 1 Uhr in die
Schwarzwurzelstraße in Marzahn gerufen wird, ist dort mit vier Männern
konfrontiert. Einer der Männer versucht die Fahrertür zu öffnen. Diese
hält der Fahrer immer verriegelt. Dann signalisiert der Mann an der
Tür dem Taxifahrer, dass er etwas fragen möchte. Daraufhin lässt
dieser die Fensterscheibe runter. Der Mann fragt den Taxifahrer, ob er
Türke sei. Als er dies bejaht, spuckt der Mann ihm ins Gesicht und
geht weg.
Quelle: „Chronik rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in
Berlin 2005" von ReachOut Berlin
01.09.05:
In der
Kastanienallee nahe der Hellen Mitte, wird an einer Trafostation der
mit schwarzbraunem Sprühlack geschriebene Satz „RUDOLF HESS
UNVERGESSEN" entdeckt. An der Turnhalle der Gesamtschule in der
Spremberger Straße, auf der Seite zum Kienberg hin, wird der Spruch
„ROTFRONT JAGD!" in der selben schwarz-braunen Farbe entdeckt. Diese
Parole wurde Monate zuvor schon vor die Tore des alternativen
Hausprojekts AJZ „Kita" auf den Boden geschmiert.
31.08.05:
Während des
Wahlkampfes werden in der Nacht in Marzahn entlang den
Straßenbahnlinien 16 und M8 mehrere hundert NPD-Aufkleber geklebt,
vorzugsweise an den Haltestellen.
20.08.05:
In der Nacht wird
ein 1 Meter großes, rotes Hakenkreuz am U-Bahnhof Neue Grottkauer
Straße gesprüht.
19.08.05:
Gegen 19 Uhr,
wird beobachtet, wie zwei Neonazis - Nicole Stenzel und ein Mann, ca.
20 Jahre - in der Hellersdorfer Straße auf Höhe des Spree-Centers zwei
große Wahlplakataufsteller mit schwarz-braunem Lack aus einer
Sprühdose beschmieren. Auf einen Aufsteller der SPD schreiben sie
„Kriegstreiber" und über ein Plakat der Die Linke/PDS ziehen sie einen
Strich. Als sie an der Kreuzung Hellersdorfer/Cecilienstraße bemerken,
dass sie aus einem stehenden Auto heraus beobachtet werden, versucht
der Mann mit einer Videokamera den Insassen abzufilmen, während Nicole
Stenzel vergeblich versucht, Pfeffergas durchs Fenster ins Innere des
Wagens zu sprühen.
17.08.05:
Laut eigenen
Angaben sind gegen 23 Uhr einige Neonazis mit Transparenten für kurze
Zeit in der Gegend um die Helle Mitte unterwegs und schreien Parolen
mit denen sie an den Todestag des Hitler-Stellvertreters RudolfHess
erinnern wollen.
13.08.05:
In der Nacht
haben, laut Pressemeldung der Polizei vom 14.08.05, Unbekannte das
"Erste befreite Haus Berlins" in der Landsberger Allee 563 mit
Hakenkreuzen, SS-Runen, sowie „verunglimpfenden Sprüchen" beschmiert
und die Gedenktafel mit weißer Farbe unleserlich gemacht. Die
Schmierereien werden gegen 00:15 Uhr entdeckt.
06.08.05:
Erneut findet ein
neonazistisches Konzert im „Club Asgard" statt. Auf der Homepage des
Klubs ist bis zuletzt das „Record-Release-Konzert" der
NS-Black-Metal-Band „Absurd" angekündigt,
jedoch ist intern schon Tage vor dem Termin bekannt, dass diese nicht
erscheinen wird. (Statt dieser tritt eine Band namens „Walaskialf"
auf.) Laut Pressemeldung der Polizei vom 07.08.05 werden gegen 21:30
Uhr 56 Personen überprüft und CDs, LPs und ein T-Shirt mit der
Odalrune darauf, sowie ein „Thor Steinar"-Sweatshirt festgestellt,
außerdem drei Verstöße gegen das Waffengesetz angezeigt. Das Konzert
wird um 22:40 Uhr von der Polizei aufgelöst. Der Bezirksbürgermeister
von Marzahn-Hellersdorf, Dr. Uwe Klett, kündigt daraufhin an, den
„Club Asgard" schließen zu wollen.
04.08.05:
Laut NPD-Homepage
ist nahe dem U5-Bahnhof Elsterwerdaer Platz kurzzeitig ein
NPD-Wahlstand aufgebaut. Dieser sei nach wenigen Stunden von einer
Gruppe „Linker" beschädigt worden.
20.07.05:
In der Nacht wird
im Fußgängertunnel des S-Bahnhofs Springpfuhl „Keine Träne für
Stauffenberg - ANB" gesprüht. An eine
Kaiser’s-Kaufhalle in Alt-Marzahn, sowie an den Klub „Anna Landsberger"
wird der Satz „Smash Antifa - ANB" geschmiert.
19.07.05:
In der Nacht zum
werden etwa 50 A4-Plakate mit der Aufschrift „Gewalt erzeugt
Gegengewalt, hat man dir das nicht erzählt?" (und einem weiteren Zitat
der Band Die Ärzte) in Hellersdorf geklebt. Darauf schemenhaft
abgebildet ist ein gewalttätiger Angriff auf einen Punk.
Unterschrieben ist das Plakat mit dem Label „[AGL] Freie Kräfte
Berlin", welches Überschneidungen mit dem Umfeld der verbotenen
„Kameradschaft Tor" / „Mädelgruppe" hat. Zudem werden rote Spuckies
mit der Aufschrift „Deutsch für Rasse und Nation unsere Treue"
geklebt.
Ebenfalls
in dieser Nacht werden diverse Parolen geschmiert: An der Skate-Rampe
zwischen dem Santic-Friedenspark und dem Jugendklub „Joker" wird
„Fight Israel - Combat 18" gesprüht; im U-Bahnhof Neue Grottkauer
Straße wird ein Hakenkreuz und der Satz „Nur Hitler" geschmiert, der
gleiche Spruch wird im Eingangsbereich des Bürgeramtes am
Helene-Weigel-Platz in Marzahn um 2:20 Uhr entdeckt.
09.07.05:
Eine
NPD-Demonstration unter dem Motto „Lernmittelfreiheit statt Multikulti"
findet in Marzahn statt. Anmelder dieser ist Claus Schade,
NPD-Landesvorsitzender. Treffpunkt ist 11 Uhr am S-Bhf. Ahrensfelde.
Etwa 50 Neonazis treffen sich zuvor bereits um 10 Uhr am Bahnhof
Lichtenberg, um dann gemeinsam zum S-Bhf. Ahrensfelde zu fahren. Dort
kommen schätzungsweise 70-100 Neonazis zusammen. Unter der Führung von
Jörg Hähnel - welcher zusammen mit Stella Palau die Reden hält -
marschieren diese, flankiert von einem großen Polizeiaufgebot, bis ca.
13 Uhr weitgehend ungestört durch Marzahn.
16.06.05:
Im Zugangstunnel
des U-Bahnhofs Cottbusser Platz werden die über 6 Meter lange Parole "Antifa
Angrefen" (sic!), sowie im Ausgangsbereich mehrere Hakenkreuze und
88-Codes entdeckt. Letztere können den Sprayern 'liar' und 'bisor'
zugerechnet werden.
16.06.05:
Auf den Rollladen
des MarzahnHellersdorfer Parteibüros der Die Linke/PDS wird in der
HennyPortenStraße (Helle Mitte), der Satz „PDS KÖPFEN" gesprüht.
05.06.05:
Gegen 01:30 Uhr,
treffen sich am U-Bhf. Neue Grottkauer Straße circa 16 Neonazis, um
anschließend das im Abbau befindliche „Kulturschock Festival"
anzugreifen. Während sie schnellen Schrittes vom U-Bahnhof in Richtung
Feuerwache die Hellersdorfer Straße passieren, ziehen sich einige der
ausschließlich männlichen Neonazis Sturmmasken übers Gesicht. Ein Teil
der Gruppe bleibt an der Ecke der Feuerwache stehen, der andere läuft
weiter in den Feldberger Ring und späht vom südlichen Aufgang zum
Platz hin. Einige Zeit darauf flüchten die Neonazis unverrichteter
Dinge in das Wohngebiet Feldberger Ring.
Zeitgleich zum versuchten Angriff brennt eine Müllsammelstelle im
Oschatzer Ring, direkt neben dem alternativen Hausprojekt AJZ „Kita".
03.06.05:
Einen Tag vor dem
„Kulturschock Festival", werden im Jelena-Santic-Friedenspark
neonazistische Schmierereien entdeckt: Auf dem asphaltierten Weg, der
auf den Hügel führt, steht mit schwarzem Sprühlack in großen Lettern
geschrieben „KULTURSCHOCK ANGREIFEN!" und auf die Steine des „Peace-Zeichens"
sind die Sätze geschmiert „REDS BETTER RUN - ANB
IS WATCHING YOU" sowie „C4 FOR REDS -
ANB". Das ehemals aus Holzpflöcken, jetzt
aus großen Steinen gesetzte Friedens-Symbol im Park ist seit seiner
Errichtung 1998 des öfteren Ziel rechts-motivierter Zerstörungswut
geworden. Unter anderem wurden die Pflöcke zu einem Keltenkreuz bzw.
White-Power-Symbol umgesteckt.
29.05.05:
„Die
Republikaner" und „Offensive D" haben auf dem Straßenfest „Marzahner
Frühling" auf der Marzahner Promenade ihre Wahlwerbestände aufgebaut.
29.05.05:
Gegen 1 Uhr
werden zwei Jugendliche auf dem Weg zwischen der Hellen Mitte und
Alt-Hellersdorf von Neonazis brutal angegriffen. Die beiden Täter
nähern sich von hinten, einer sprüht CS-Gas, der andere zieht ein
Messer und attackiert einen der jungen Männer, welcher daraufhin zu
Boden geht. Nur durch wildes Strampeln kann er Stich- und
Schnittverletzungen abwehren. Die Angreifer flüchten Richtung
Alt-Hellersdorf. Laut Angaben der Opfer sind sie zwischen 16 und 20
Jahre alt und zur Tatzeit komplett schwarz gekleidet.
13.05.05:
Etwa zwei Wochen
zuvor sind die Opfer in der selben Gegend auf eine Gruppe von 6 bis 8
jungen Männern getroffen - allesamt schwarz gekleidet. Die beiden
Jugendlichen gingen an ihnen vorbei und hörten die Sätze: „Mach'n wa
die nun oder nich'?" - „Dit sind keene richtigen Zecken!".
08.05.05:
Mitglieder der verbotenen Kameradschaft Tor versuchen in
Marzahn-Hellersdorf aufzumarschieren, werden aber von der Polizei
gestoppt.
21.04.05:
In Marzahn findet
am „Haus des 21. April 1945" in der Landsberger Allee 563 eine
Kundgebung anlässlich des sechzigsten Jahrestages des Einmarsches der
Roten Armee in Berlin, sowie der Umbenennung einer nahegelegenen
Brücke nach General Bersarin statt. Neben schätzungsweise 200
BürgerInnen erscheinen dort auch vier Neonazis, dabei Björn Wild und
Sebastian Zehlecke, welche der Kameradschaftsszene zuzuordnen sind.
Sie machen einige Fotos, werden dann aber aufgrund des Hinweises
junger AntifaschistInnen von ZivilpolizistInnen des Ortes verwiesen.
24.03.05:
Unbekannte beschmierten das sowjetische Ehrenmal in Kaulsdorf.
12.03.05:
Einen Tag später,
gegen 21 Uhr, greifen sechs Neonazis erneut das alternative
Hausprojekt AJZ „Kita" mit Flaschen an. Sie sind größtenteils dunkel
gekleidet und es sind mindestens zwei junge Frauen darunter. Sie rufen
unter anderem „Sieg Heil!", werfen eine Scheibe ein und flüchten kurz
darauf. Die 14- bis 17-jährigen TäterInnen randalieren danach weiter
in der Umgebung und werden festgenommen:
|
BVG-Wartehalle zerstört - Täter festgenommen
Sechs Jugendliche haben gestern Abend gegen 21 Uhr in der
Quedlinburger Straße in Hellersdorf die Verglasung einer
dortigen BVG-Buswartehalle zerstört. Die vier Männer und zwei
Frauen flüchteten danach in die Albert-Kuntz-Straße und
zerstörten dort weitere Verglasungen an dortigen Mietshäusern.
Zivilbeamte des Polizeiabschnitts 68 konnten die Randalierer
festnehmen. Einer der Täter trug ein Sweatshirt der Firma Thor
Steinar. Das Bekleidungsstück wurde beschlagnahmt. Alle sechs
Personen sind nach dem äußeren Erscheinungsbild der rechten
Szene zuzuordnen.
Quelle: Pressemeldung der Polizei vom 13.03.05 |
11.03.05:
Gegen 21:30 Uhr,
greifen mindestens drei Neonazis das alternative Hausprojekt AJZ „Kita"
in Hellersdorf mit Flaschen an. Sie sind dunkel gekleidet, tragen
zumindest teilweise Kapuzen und Stiefel und haben zwei bis drei Hunde
bei sich. Sie werfen eine Scheibe ein, ziehen sich kurzzeitig ins
Naturschutzgebiet zurück und kommen erneut auf das Gelände. Sie rufen
u.a. „Heil Hitler!", „Adolf Hitler lebt!", „Scheiß Zecken!" und „Wir
kriegen Eure Autos und Eure Mütter!". Der gesamte Hergang dauert
schätzungsweise 10-15 Minuten. Dies ist bereits der fünfte Angriff auf
das Projekt in vier Jahren.
08.02.05:
Zwischen 19 und
22 Uhr, findet in der Gaststätte „Fistlers Stuben" eine
Informationsveranstaltung des NPD-Kreisverbandes Marzahn-Hellersdorf
zum Thema Russlanddeutsche statt. Geladener Referent ist Dr. Heinrich
Groth, selbsternannter „Repräsentant der Deutschen aus Russland", der
auf dem dritten Listenplatz der Deutschen Partei (DP) für die
Europawahl 2004 kandidierte. Der auf der Homepage der NPD angekündigte
Treff- bzw. Schleusungspunkt ist 19 Uhr U5-Bhf. Louis-Lewin-Straße,
Ausgang Ostseite oben. Diesen nutzen nur etwa 15 Neonazis, zumeist
Jugendliche, viele dunkel gekleidet. Schleuser im U-Bahnhof ist
NPD-Kader Andreas Storr, auch Matthias Wichmann
ist in der Umgebung unterwegs. Es sind mindestens 50 Personen bei
dieser Veranstaltung zugegen, ein großer Teil ist mit Pkw angereist –
darunter viele mit Kennzeichen umliegender Landkreise.
01.02.05:
Die
„BüSo" hat erneut einen Infostand in der
Hellen Mitte aufgebaut, diesmal vor dem Marktplatz-Center.
25.01.05:
Kurz nach
Mitternacht werden auf der Gedenktafel des „Haus des 21. April 1945"
in der Landsberger Allee 563 neonazistische Schmierereien entdeckt.
Dabei handelt es sich um den Schriftzug „N.S. Marzahn" (das S als
Sig-Rune) zwischen zwei Hakenkreuzen.
22.01.05:
In der Nacht
findet im „Club Asgard" in Marzahn ein Konzert statt. Es spielen „Summer`s
Dying" aus Weimar und die NS-Black-Metal-Band „Feuersturm" aus
Potsdam. Das Publikum besteht teilweise aus Neonazis sowie Black
Metal- und Dark Wave-AnhängerInnen. Der Klub hat Zufahrts- und
Fahrwachen organisiert.
19.01.05:
Die „BüSo" („Bürgerrechtsbewegung Solidarität")
hat einen Infostand vor der Sparkasse in der Hellen Mitte
aufgebaut..
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