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15.12.2007: Am Samstag werden gegen 21.15 Uhr mehrere Hakenkreuze und eine
Drohung (”Wir kriegen euch alle”) mit einem Fatmarker (Strichstärke
ca. 5cm) auf dem U-Bhf. Louis-Lewin-Straße in schwarzer Farbe gemalt.
Die Schmierereien werden noch in der Nacht entfernt.
Quelle: Augenzeugenbericht
10.12.2007: In der Nacht zum
Montag bekleben Unbekannte die Schaufensterscheiben
der Geschäftsstelle der Volkssolidarität in der Marzahner Promenade
mit NPD-Aufklebern. Außerdem legen sie eine Schweinekopfhälfte auf das
Fensterbrett, was erst am Montagvormittag von Mitarbeitern entdeckt
wird. Der “Kieztreff Interkulturell” wurde in den Wochen zuvor
mehrmals mit NPD-Aufklebern beklebt. Das Ablegen der
Schweinekopfhälfte stellt samt seiner antisemitischen und
antimuslimischen Konnotation, die vermutlich auf eine türkeistämmige
Mitarbeiterin abzielt, eine neue Dimension der
Einschüchterungsversuche dar.
Quelle: Berliner Polizeiticker, Mitarbeiter des “Kieztreff
Interkulturell”
23.11.2007: Am Freitag wird gegen 17 Uhr 15 durch Mitglieder einer sechs Personen
umfassenden Gruppe vor den Springpfuhl-Arkaden der Spruch “Adolf
Hitler muss wieder her” geäußert. Nachdem zwei Menschen daraufhin
Widerspruch und ihre Ablehnung gegenüber Nazis äußern, werden sie als
“Scheiß Zecken” beschimpft.
Quelle: Augenzeugenbericht
16.11.2007: Am Freitag findet ein Punkkonzert im Jugendklub “U5” statt. Anwesend
ist auch Robert Scheffler, welcher der NPD/JN angehört und regelmäßig
an deren Veranstaltungen teilnimmt und mit durchführt. In einem
Gespräch bestätigt er seine politische Orientierung und Tätigkeiten.
Er wird nach Bekanntwerden von den Veranstalter_innen weggeschickt.
Quelle: Augenzeugenbericht
Mitte November
zeigt ein Schüler der Erwin-Strittmatter-Schule seinem
“köperbehinderten” Lehrer den Hitlergruß. In der darauffolgenden
verbalen Auseinandersetzung folgen Beleidigungen.
Quelle: Die Welt vom 24.11.2007
3.11.2007: Am Samstag führt die NPD gegen 12 Uhr einen Infostand in der Lil-Dagover-Gasse Ecke Stendaler Straße durch. Etwa neun Nazis sind am
Stand anwesend, unter anderem Matthias Wichmann.
Quelle: Augenzeugenbericht
25.10.2007: Am Donnerstag verteilen Nazis sowohl an der Tagore-Oberschule als
auch an der Leonard-Bernstein-Oberschule die NPD-Schülerzeitschrift
“Der Stachel”. Ende Oktober werden auch an der
Rudolf-Virchow-Oberschule und der Max-Reinhardt-Oberschule verteilt.
Quelle: Augenzeugenbericht, Anfrage in der BVV, Polis*
19.10.2007: Am Freitag steigen etwa 30 rechte Jugendliche am U-Bhf. Hellersdorf
in die U-Bahnlinie U5, aus denen eine Gruppe von circa zehn Personen
mehrfach laut “Zecken verpisst euch” gröhlt. Die Rechten verlassen die
Bahn am U-Bhf. Louis-Lewin-Straße in Richtung der Diskothek “Vegas”.
Quelle: Augenzeugenbericht
17.10.2007: Am Mittwoch wird im Siedlungsgebiet westlich von Alt-Marzahn die
NPD-Postille “Weiterdenken” in Briefkästen gesteckt. Dabei handelt es
sich um die Ausgabe, deren Verbreitung wegen eines Artikels über den
Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess, verboten wurde.
Quelle: Augenzeugenbericht
In der ersten
Oktoberwoche wird im gesamten Wohngebiet “Landsberger Tor” die
NPD-Zeitung “Weiterdenken” in Briefkästen gesteckt.
Quelle: Augenzeugenbericht
Im Oktober wird
an einem Stromkasten an der Straßenbahn-Wendehaltestelle Riesaer
Straße in Hellersdorf “Smash Antifa” geschmiert.
Quelle: Augenzeugenbericht
29.9.2007: Am Samstag wird gegen 5 Uhr ein 25-jähriger Mann bei einer Schlägerei
in der Marzahner Raoul-Wallenberg-Straße am Kopf verletzt. Das Opfer
ist mit drei weiteren Männern unterwegs, als es auf den 20-jährigen
Täter und dessen drei Begleiter trifft. Nach anfänglichen verbalen
Streitigkeiten schlägt der Tatverdächtige dem 25 Jahre alten Berliner
mit einem Schlagring auf den Kopf und fügt ihm mehrere Platzwunden zu.
Der Täter, der wie seine Begleiter Kleidung der bei Neonazis beliebten
Marke “Thor Steinar” trägt, versucht zu flüchten, kann aber von dem
Geschädigten und einem Zeugen festgehalten werden. Beim Versuch zu
entkommen, setzt der Täter gegen die beiden Männer eine mitgeführte
Reizgassprühdose ein und verletzt sie im Augenbereich. Gegen den
Tatverdächtigen werden nun Ermittlungen wegen gefährlicher
Körperverletzung geführt.
Quelle: Berliner Zeitung vom 1.10.2007, Berliner Polizeiticker
28.9.2007: Am Freitag randalieren vor dem Jugendclub “Klinke” in Marzahn etwa zehn
unbekannte Jugendliche, die vom am S-Bahnhof Marzahn stattfindenden
“Oktoberfest” kamen. Die bereits Betrunkenen wollten in der “Klinke”
in der Bruno-Baum-Straße noch mehr Bier kaufen, was ihnen jedoch
verweigert wurde, sie wurden aufgefordert den Club zu verlassen.
Nachdem die letzten beiden rechten Jugendlichen das Gebäude verlassen
haben, wird die Tür abgeschlossen. Vor diesem beschädigen sie gegen 23
Uhr 20 eine Fensterscheibe und mehrere Papierkörbe und skandieren
Parolen wie “Sieg Heil”, “Heil Hitler” und “Scheiß Juden”. Aus der
Gruppe wird der “Hitlergruß” gezeigt und gegen einen geparkten PKW
getreten. Die Jugendlichen entkommen unerkannt.
Quelle: Augenzeugenbericht, Berliner Polizeiticker
17.9.2007: Am Montag wird gegen 17 Uhr aus einem an der Kreuzung Blumberger Damm
Ecke Eisenacher Straße haltenden Auto heraus dreimal “Sieg Heil”
gerufen und der Hitlergruß gezeigt.
Quelle: Augenzeugenbericht
14.9.2007: Am Freitag wird gegen Mittag auf dem Helene-Weigel-Platz die
NPD-Zeitung “Weiterdenken” von drei schwarzgekleideten Personen
verteilt.
Quelle: Augenzeugenbericht
12.9.2007: Am Mittwoch wird eine Frau, die von drei weiteren Menschen begleitet
wird, gegen 20 Uhr 30 in der Henny-Porten-Straße (Helle Mitte) von
einem entgegenkommenden Mann angerempelt. Dieser bedroht die Gruppe
anschließend mit den Worten “Judensau, Judenfotze, ich mach` dich
tot”. Der von einer Frau begleitete, Militärkleidung tragende Mann
zieht daraufhin eine Art großen Schraubenschlüssel, woraufhin die
Bedrohten die Flucht ergreifen. Sie werden noch kurz verfolgt ehe der
Täter von Ihnen ablässt. Es wird Anzeige erstattet.
Quelle: Augenzeugenbericht
7.9.2007: Am Freitag führt die NPD einen Infostand am U-Bhf. Elsterwerdaer Platz
durch. Etwa 7 Nazis sind vor Ort und verteilen das NPD-Blatt
“Weiterdenken”.
Quelle: Augenzeugenbericht
26.8.2007: Am Sonntag werden mehrere am Wochenende geschmierte neonazistische
Parolen, unter anderem “Nationaler Sozialismus Jetzt!” oder “Besatzer
raus!”, an Wänden in der Ladenpassage zwischen dem U-Bhf. Kaulsdorf
Nord und dem Cecilienplatz entdeckt. Auf einer Neonaziseite werden
ähnliche Schmierereien vom gleichen Wochenende in Lichtenberg
dokumentiert.
Quelle: Augenzeugenbericht
In der dritten
und vierten Augustwoche führen Neonazis, aus dem Spektrum der “Freien
Kräfte Berlin”, weitere Aktionen im Rahmen der
“Rudolf-Hess-Aktionswochen” durch. Neben umfangreichen
Aufkleberaktionen in Wohngebieten des Bezirks werden Parolen in die an
den Hitler-Stellvertreter und verurteilten Kriegsverbrecher Rudolf
Hess erinnern sollen gesprüht.
Quelle: Homepage NW-Berlin, Homepage Jugend-Offensive und
Augenzeugenberichte
18.8.2007: Am Samstag verbreiten Neonazis im Einkaufscenter Eastgate und vor dem
Marktplatz Center in der Hellen Mitte revisionistische Flugblätter,
welche die Taten des Hitlerstellvertreters Rudolf Hess verklären. Des
Weiteren bringen sie Transparente (”Rudolf Heß – Das war Mord”) auf
dem Parkdeck des Marktplatz Centers, am Kaufpark Eiche und an diversen
Verkehrsbrücken (Märkische Allee, Alt-Friedrichsfelde) an.
Quelle: Homepage NW-Berlin, Homepage Jugend-Offensive und
Augenzeugenberichte
2.8.2007: Bei einer
Wohnungsdurchsuchung, wegen des Verdachts der Mithilfe bei der
Herstellung rechtsradikaler Musikmedien, am Donnerstag,
stellen Ermittler umfangreiches Material sicher. Sowohl in der Wohnung
des Polizeibeamten Andreas T. in der Lübzer Straße in Mahlsdorf als
auch in der Wohnung seiner Lebensgefährtin werden Bekleidungsstücke
mit Aufdrucken wie “X.x.X” und “DST” (Tarnungen und Abkürzungen für
die neonazistische Band „Deutsch-Stolz-Treue“), CDs und DVDs sowie
zahlreiche Digitalbilder gefunden. Gegen den 33-Jährigen wird ein
Verbot der Amtsausübung erlassen. Andreas T. ist befreundet mit
Michaela Z. Sie ist die Witwe von Alexander Scholz, ehemaliges
Führungsmitglied des neonazistischen Jugendverbandes Heimattreue
Deutsche Jugend (HDJ)13). Scholz starb 2002 bei einem Motorradunfall.
Quelle: Marzahn-Hellersdorfer-Zeitung 8a 2007, S.12 und Berliner
Zeitung vom 4.8.2007
14.7.2007: Am Samstag mündet eine verbale Auseinandersetzung zwischen fünf
Angehörigen der rechten Szene und einem 16-Jährigen gegen 23 Uhr 25 in Biesdorf in eine Schlägerei. Das Opfer saß zusammen mit Bekannten am
Biesdorfer Baggersee in der Nähe der Beruner / Ecke Debenzer Straße.
Neben ihnen hielten sich die Neonazis auf. Zunächst gibt es eine
Auseinandersetzung zwischen Frauen, die den beiden Gruppen angehören.
Es kommt zu Tätlichkeiten gegen eine polnisch sprechende Geschädigte.
Die Auseinandersetzung eskaliert als fünf Neonazis im Alter von 18 bis
23 Jahren den Freund der Geschädigten zu Boden schlagen. Der
16-Jährige wird mit Sätzen wie “Verpiss dich aus Deutschland du
Drecksrusse, sonst knall ich dich ab!” und “Bleib unten Du Jude!”
beschimpft. Um ihn an seiner Flucht zu hindern, schlagen die Täter auf
den im Sand Liegenden ein und bedrohen ihn mit einem Messer sowie
einer Schusswaffe. Dabei fallen Sätze wie: “Bleib unten du Jude! Wir
sind Deutsche und hier in Deutschland! Verpiss` dich aus Deutschland
du Drecksrusse, sonst knall` ich dich ab!” Dem durch Tritte gegen den
Kopf und Oberkörper verletzten jungen Mann gelingt es dennoch seinen
Peinigern zu entkommen. Polizeibeamte nehmen die fünf Schläger fest,
drei werden dem Haftrichter vorgeführt und einer erhält einen
Haftbefehl. Der 16-Jährige kommt zur ambulanten Behandlung in ein
Krankenhaus.
Quelle: Berliner Zeitung vom 16.7.2007, Antwort des Bezirksamtes auf
Kleine Anfrage von Bernatte Kern vom 3.12.2007 und Berliner
Polizeiticker
13.7.2007: In der Nacht zum
Freitag kommt es gegen 1 Uhr zu einem Angriff auf
linke Jugendliche. Die sieben Jugendlichen befinden sich auf dem Weg
nach Hause, als sie im Brodowiner Ring auf vier oder fünf junge,
rechte Männer treffen. Die jungen Männer beschimpfen die Jugendlichen
als “Zecken” und verfolgen diese als sie versuchen zu fliehen. Auf
einem Parkplatz wird auf zwei der Angegriffenen eingeschlagen. Auf
einen der beiden wird auch noch eingetreten, als dieser am Boden
liegt, wovon er starke Schwellungen und Schürfwunden im Gesicht davon
trägt. Als sich ein Mitarbeiter eines nahe gelegenen Imbiss verbal für
die Opfer einsetzt, lassen die rechten Jugendlichen von diesen ab und
laufen zur Tramhaltestelle Brodowiner Ring. Dort werden drei weitere
Jugendliche, die geflüchtet waren, angegriffen. Sie erleiden Hämatome
und Platzwunden am Kopf, ein Jugendlicher wird im Krankenhaus
behandelt.
Quelle: Augenzeugenbericht
24.6.2007: In der Nacht zum
Sonntag werden drei junge Menschen von ebenso vielen
Neonazis am U-Bahnhof Louis-Lewin-Str. zunächst verbal bedroht und
kurz darauf angegriffen. Ein Jugendlicher wird mit einem
Teleskopschlagstock attackiert, wovon er eine Platzwunde davon trägt.
Nachdem ein weiterer Jugendlicher niedergeschlagen wird, treten die
Angreifer_innen auf die am Boden liegenden Opfer ein. Anschließend
ziehen sich die Angreifer_innen in ein angrenzendes Wohngebiet zurück.
Quelle: Augenzeugenbericht
9.6.2007: Am Samstag dem letzten bundesweiten Aktionstag der NPD gegen den
G8-Gipfel, findet gegen Mittag ein NPD-Infostand während eines
Sommerfestes am “Plaza Marzahn” in der Mehrower Allee statt. Auch hier
befindet sich Matthias Wichmann unter den circa zehn anwesenden
Parteianhängern.
Quelle: Augenzeugenbericht
4.6.2007: Am Montag führt der NPD-Kreisverband Marzahn-Hellersdorf eine
Vortragsveranstaltung in den öffentlichen Räumen der Gaststätte “St.
Hubertus” in Mahlsdorf-Süd durch. Unter dem Motto „Der (Windmühlen)
Kampf gegen rechts“ referiert Thomas Salomon, früherer
Landesvorsitzender der Berliner NPD, zur Zeit Bundesvorstandsmitglied
der NPD und Pressesprecher des NPD-Landesverbandes Brandenburg, vor
knapp fünfzehn Zuhörern, darunter Matthias Wichmann.
Quelle: Homepage NPD-Berlin (letzter Abruf 14.6.2007)
3.6.2007: Am
Sonntagmorgen wird ein schlafender Jugendlicher in
einer U-Bahn, die am U-Bhf. Hönow hält, von einem Nazi mit
Faustschlägen traktiert. Kurz darauf lässt der Nazi von seinem Opfer
ab und verschwindet wieder aus der U-Bahn.
Quelle: Bericht des Opfers
Am selben Tag
wird im Gewerbegebiet westlich des S-Bhf. Raoul-Wallenberg-Straße die
Schmiererei “Juden BFC” an einer Häuserwand entdeckt.
Quelle: Augenzeugenbericht
Ende Mai werden
im Umfeld der U-Bahnhöfe Hellersdorf, Cottbusser Platz und Neue Grottkauer Straße sowie der S-Bahnhöfe Poelchaustraße und Marzahn
Plakate für den Naziaufmarsch gegen den G8-Gipfel am 2. Juni in
Schwerin verklebt.
Quelle: Augenzeugenbericht
25.5.2007: Am Freitag findet im Rathaus Marzahn ein Koordinierungstreffen der
Berliner NPD-Fraktionen statt. Zu den Teilnehmenden gehören Udo Voigt,
Eckart Bräuniger, Fritz Liebenow, Manuela Tönhardt, Torsten Meyer,
Matthias Wichmann, Karl-Heinz Burkhardt, Hans-Joachim Henry, Steffen
Lux und Jan Sturm.
Quelle: Augenzeugenbericht
24.5.2007: Am Donnerstag tauchen gegen 1 Uhr 30 zwei vermummte Neonazis vor dem
Alternativen Jugendzentrum “Kita” auf. Die beiden werden rechtzeitig
bemerkt und vertrieben.
Quelle: Augenzeugenbericht
16.5.2007: Am Mittwoch findet im Rathaus Marzahn am Helene-Weigel-Platz eine
Podiumsdiskussion zur Rückbenennung von Straßen in Mahlsdorf und
Kaulsdorf, welche aufgrund ihrer jüdischen Namenspatronen im Zuge der Shoa umbenannt wurden, statt. Vor Beginn der Veranstaltung verschaffen
sich sechs Neonazis Zutritt zum Veranstaltungsort und bedrohen bereits
anwesende Gäste. Sie werden schließlich der Veranstaltung verwiesen.
Quelle: Veranstalter_innen - Bündnis “Kein Vergessen”
5.5.2007: Am Samstag führt die NPD einen Infostand in der Stendaler Str. Ecke
Lil-Dagover Gasse durch. Anwesend sind unter anderem Manuela Tönhardt,
Fraktionsvorsitzende der NPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV)
von Lichtenberg, und Karl-Heinz Burkhardt Verordneter der BVV
Marzahn-Hellersdorf. Ein 67-jähriger artikuliert lautstark seinen
Protest. Daraufhin wird er von den NPD-Anhängern angegriffen,
geschlagen und verletzt. Ein 24-Jähriger wird vorläufig von der
Polizei festgenommen und nach erkennungsdienstlicher Behandlung
entlassen.
Quelle: Berliner Polizeiticker
3.5.2007: Am Donnerstag wird die NPD-Zeitung “Weiterdenken” im Bereich der
Erich-Kästner-Straße in Hellersdorf zahlreich gesteckt. Auch in den
Briefkästen im Bereich des S-Bhf. Mehrower Allee tauchen Exemplare
auf.
Quelle: Augenzeugenbericht
1.5.2007: Am Dienstag besucht, laut Angaben der NPD, ein mobiler NPD-Trupp diverse
Orte in Berlin, u.a. den Erholungspark Marzahn und das Blütenfest in
Helle-Mitte, um Flugblätter zu verteilen.
Quelle: Homepage NPD-Berlin (letzter Abruf 3.5.2007)
28.4.2007: In der Nacht zum
Samstag werden drei Jugendliche gegen Mitternacht am
Palast Imbiss II (Brodowiner Ring) aus einer etwa 15-köpfigen
Personengruppe wegen ihrer langen Haare und Kleidung angepöbelt und
als “Hippies” bezeichnet. Im Anschluss wird der von den drei
Jugendlichen mitgeführte Kassettenrekorder auf den Boden geschmissen.
Die Drei können fliehen nachdem die Angreifer_innen von privatem
Sicherheitspersonal weggeschickt wurden.
Quelle: Augenzeugenbericht
25.4.2007: Am
Mittwochabend kommt es vor dem O’Briens Pub, einem
Lokal in der Hellen Mitte, zu einer Auseinandersetzung zwischen einer
Gruppe niederländischer Touristen und einer Gruppe Nazi-Skinheads. Da
die Teilnehmer_innen einer Sprachreise, die im benachbarten Hotel
einquartiert sind, vorhaben am nächsten Tag abzureisen, sieht die
Polizei von der Aufnahme einer Anzeige ab.
Quelle: Augenzeugenbericht
23.4.2007: Erneut wird am
Montag ein Internetcafé in der Cecilienstraße, das von
einem türkischstämmigen Menschen betrieben wird, Ziel eines Angriffs
durch zwei deutsche Rassisten. Zunächst beleidigen die beiden 27- und
29-jährigen Männer vor dem Café einen 18-jährigen Türken und schlagen
ihn. Der Angegriffene setzt sich zur Wehr, wobei er dem Älteren einen
Kugelschreiber in den Bauch rammt, und flüchtet in das Lokal. Die
beiden Angreifer verfolgen ihn, der ältere schleudert einen Stuhl nach
ihm, mit dem er eine 31-Jährige verletzt, die zu schlichten versucht.
Die Polizei nimmt alle drei beteiligten Männer vorübergehend fest, der
Angegriffene und der 29-Jährige müssen im Krankenhaus behandelt
werden. Ein Angriff war bereits durch einen der Täter einige Tage
zuvor für den 20.4. angekündigt worden und reiht sich in eine
jahrelange Serie von Bedrohungen durch diesen gegen den Betreiber.
Trotz der Kontinuität der rassistischen Aktionen bewerten die
Ermittler_innen auch diesen Vorfall nicht als politisch motiviert. In
diesem Falle würde der Staatsschutz des Landeskriminalamtes weiter
ermitteln.
Quellen: Berliner Polizeiticker, Polis*
21.4.2007: Am Samstag führt die NPD einen Infostand am Helene-Weigel-Platz durch.
Quelle: Augenzeugenbericht
20.4.2007: Am Freitag werden zwei Jugendliche nachts von zwei Unbekannten in
Marzahn angegriffen und leicht verletzt. Ein 16-Jähriger ist gegen 23
Uhr 10 in Begleitung einer 15-Jährigen in der Rosenbecker Straße
unterwegs, als die Täter die beiden als “Punks” bezeichnen, ins
Gesicht schlagen und dem älteren eine Bierflasche auf den Kopf
schlagen. Anschließend flüchten die als “Rechte” beschriebenen
Angreifer. Die Platzwunde am Kopf des 16-Jährigen wird ambulant
versorgt, die herbeigerufene Polizei kann die Täter nicht stellen.
Quelle: Berliner Polizeiticker
Am selben Abend,
dem Geburtstag Adolf Hitlers, lungert eine Gruppe teils betrunkener
Nazi-Hools (mit “Hatecore”11)- und “Kategorie C”12)-Schriftzügen auf
der Kleidung) am U-Bhf. Hellersdorf rum. Einer von ihnen zeigt den
Hitlergruß. Während der Fahrt mit der Tram nach Marzahn wächst die
Gruppe auf fünfzehn Personen an.
Quelle: Augenzeugenbericht
17.4.2007: In der Nacht zum
Dienstag werden im Tunnel am S-Bhf. Springpfuhl
mehrere Plakate für den Naziaufmarsch am 1. Mai in Neubrandenburg
verklebt. Am Dienstagabend werden auch an der Tramstation
Helene-Weigel-Platz ca. 20 verklebte Plakate der gleichen Art
entdeckt.
Quelle: Augenzeugenbericht
14.4.2007: Am Samstag dem ersten bundesweiten Aktionstag der NPD gegen den
G8-Gipfel in Heiligendamm diesen Jahres, führt auch der NPD
Kreisverband Marzahn-Hellersdorf mehrere Infostände im Bezirk durch.
Anwesend ist unter anderen Matthias Wichmann.
Quellen: Homepage NPD-Berlin
10.4.2007: Mindestens zehn
Plakate, die an Horst Wessel10) erinnern sollen, werden in der Nacht
zum Dienstag am U-Bhf. Louis-Lewin-Str. und in dessen
Umgebung geklebt.
Quelle: Augenzeugenbericht
5.4.2007: Am Donnerstag werden mehrere Aufkleber mit dem Schriftzug “Boykottiert
israelische Produkte” am S-Bhf. Marzahn gefunden.
Quelle: Augenzeugenbericht
3.4.2007: Am
Dienstagmorgen wirft der Neonazi Denni C. seinen Hund
aus einem Fenster seiner Wohnung. Der joblose Hilfsarbeiter hatte die
Tat bereits am Montag seinen Freunden am Volleyballplatz an der
Geithainer Straße angekündigt. Gegen ein Uhr nachts prügelt er auf
seinen Hund ein, so dass Nachbarn wach werden, welche die Polizei
rufen. Noch bevor die Beamten eintreffen, wirft Denni C. den Hund
durch das Fenster auf den 15 Meter tiefer liegenden Parkplatz,
woraufhin der Rüde stirbt. Wenig später wird der bereits wegen des
Tragens verfassungsfeindlicher Symbole vorbestrafte Neonazi
festgenommen.
Quelle: BZ vom 4.4.2007
24.3.2007: Am
Samstagmorgen skandiert ein Trio, das in der Stendaler
Straße unterwegs ist, Naziparolen. Ein 22-Jähriger, der im Verdacht
steht die Parolen wiederholt zu haben, wird von der Polizei
festgenommen. Gegen ihn wird nun ermittelt.
Quelle: Berliner Polizeiticker
In der vierten
Märzwoche wird das Ehrenmal für sowjetische Soldat_innen, die bei der
Offensive auf Berlin ihr Leben ließen, auf dem Parkfriedhof Marzahn
mehrmals beschmiert.
Quelle: Bezirksstadtrat Lüdtke
2.3.2007: Am Freitag werden zwischen 22 und 23 Uhr in der Unterführung des S- und
U-Bahnhof Wuhletal sehr laut Parolen skandiert, darunter “Ob Ost, ob
West, nieder mit der Zeckenpest”.
Quelle: Augenzeugenbericht
25.2.2007: Am
Sonntagmorgen skandieren ein 20- und ein 21-jähriger
Mann in der Schackelsterstraße nahe dem U-Bhf. Biesdorf-Süd “Heil
Hitler”, “Sieg Heil” und “Judenschweine”. Sie bewerfen parkende Autos
mit Steinen. Die beiden werden festgenommen und der polizeiliche
Staatsschutz beginnt zu ermitteln.
Quelle: Berliner Zeitung vom 28.2.2007, Berliner Polizeiticker
23.2.2007: Am Freitag werden ca. 15 Plakate mit einem Bild Horst Wessels8) und
der Aufschrift “Horst Wessel; geboren 9.10.1907; gestorben 23.2.1930;
Wir rächen die Toten, die Opfer der Roten; [AGL] Freie Kräfte
Berlin9)” auf der Strecke vom U-Bhf. Louis-Lewin-Straße zum
Leonard-Bernstein-Gymnasium entdeckt. In der weiteren Umgebung werden
ähnliche Plakate mit der Aufschrift “Unvergessen!; Berliner
Gedenkkomitee Horst Wessel” gefunden.
Quelle: Augenzeugenbericht
22.2.2007: Am Donnerstag werden vor der Alice-Salomon-Fachhochschule nahe dem
U-Bhf. Hellersdorf mehrere Aufkleber mit der Aufschrift ”Horst
Wessel7) - unvergessen deine Taten” entdeckt.
Quelle: Augenzeugenbericht
10.2.2007: Am Samstag wird auf der Internetseite “Nationaler Widerstand Berlin”
ein Bericht veröffentlicht, laut dem Neonazis im Zuge einer
Aktionswoche 6) Unmengen kleiner Papierschnipsel mit der Aufschrift
„13./14. Februar 1945 – Dresden unvergessen“ im Eastgate am S-Bhf.
Marzahn und vor dem Marktplatz Center in der Hellen Mitte abwarfen.
Wie die Fotos zeigen landen die Schnipsel im Eastgate in einer Gruppe
Menschen, die dort einer Darbietung beiwohnen. Das genaue Datum der
Aktion ist nicht benannt, fand vermutlich aber am selben oder am
Vortag statt.
Quelle: Homepage NW-Berlin (letzter Abruf am 30.1.2008)
9.2.2007: Am Freitag werden ca. 150 “Freier Widerstand”5)-Aufkleber ab der
Haltestelle Landsberger Allee/Blumberger Damm, über die Landsberger
Allee hinüber bis zur Marzahner Promenade entdeckt.
Quelle: Augenzeugenbericht
Im Februar 2007
werden im Fahrstuhl und im Keller der Mark-Twain-Straße 8 unter
anderem geschmierte Triskelen4) festgestellt.
Quelle: Augenzeugenbericht
27.1.2007: In der Nacht zum
Samstag, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrations-
und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee - werden am
U-Bhf. Louis-Lewin-Straße, einem nahegelegenen,
von Türken betriebenen italienischen Restaurant, und der Umgebung
verschiedene Parolen (u.a. “Fuck Antifa”, “Heil Hilter”, “La Casa3)
your end is near”) und einige Hakenkreuze gesprüht. In den frühen
Morgenstunden werden in der Umgebung Aufkleber des “Freien Widerstand”
verklebt.
Quelle: Augenzeugenbericht
20.1.2007: Am Samstag halten sich gegen 0 Uhr 30 fünf Personen, einer davon mit
einem Baseballschläger ausgestattet, an den beiden Grundstückszugängen
des selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrums in der Wurzener
Straße2) auf. Zu der Zeit findet dort eine Veranstaltung statt.
Nachdem eine der Personen über das Gelände gelaufen ist, wird ein
Feuerwerkskörper auf das Gebäude geschossen und die Personen verlassen
den Ort.
Quelle: Augenzeugenbericht
14.1.2007: In der Nacht zum
Sonntag werden im Bereich zwischen dem S-Bhf.
Raoul-Wallenberg Str. und der Straßenbahnhaltestelle Freizeitforum
Marzahn massiv “Freier Widerstand”1)-Aufkleber geklebt. Auch im Gebiet
um den Brodowiner Ring und dem Wohngebiet “Marzahner Tor” werden
mindestens 50 solcher Aufkleber entdeckt.
Quelle: Augenzeugenbericht
8.1.2007: In der Nacht zum
Montag wird im Fußgängertunnel des S-Bhf. Springpfuhl
ein Hakenkreuz unter die Parole “Beat down fascism” gemalt.
Quelle: Augenzeugenbericht
7.1.2007: In der Nacht zum
Sonntag rufen vier alkoholisierte Nazi-Skinheads “Heil
Hitler!” auf dem U-Bhf. Louis-Lewin-Straße.
Quelle: Augenzeugenbericht
Fußnoten: 1)
, 5) hierbei handelt es sich um einen losen Zusammenschluss
parteiunabhängiger, militanter Neonazis
2) , 3) Die Einrichtung war in
den vergangenen Jahren mehrfach von Neonazis angegriffen und bedroht
worden.
4) Das ursprünglich keltische
Symbol ähnelt einem dreiarmigen Hakenkreuz und wird daher von
neonazistischen Kreisen entsprechend interpretiert. Es ist Teil des
Logos des verbotenen, neonazistischen Musiknetzwerks “Blood & Honour”.
6) Anlass war des Jahrestag
der Bombardierung Dresdens 1945 durch die Alliierten. Dieses Thema
gehört auch wegen seiner Anschlussfähigkeit an gesellschaftliche
Debatten (Jörg Friedrich, Guido Knopp) spektrenübergreifend zu den
jährlichen Kampagnen der neonazistischen Szene. Eine
Onlinedokumentation zum Thema: http://venceremos.antifa.net/13februar/onlinedoku/index.html
7) , 8) , 10) Der
SA-Sturmführer gilt seit seinem Tod am 23.2.1930 als Märtyrer der
nationalsozialistischen Bewegung.
9) Die Bedeutung der Abkürzung
AGL ist bisher nicht bekannt und existiert vermutlich auch nicht.
Vielmehr scheint es sich um ein Label zu handeln, das der
Verschleierung und Vortäuschung von fiktiven Strukturen zu handeln.
11) Hatecore ist eine explizit
rassistische Subkultur, die sich ästethisch an der Hardcore-Kultur
(deren Anhänger_innen sich in der Regel als links oder unpolitisch
verstehen) orientiert.
12) “Kategorie C” war eine
Band, die zwar vorgab eine unpolitische Fußballband zu sein, die
jedoch in der rechtsextremen Szene wirkte und deren Texte auch
Passagen dieser Art enthalten.
13) Die HDJ ist ein
neonazistischer Jugendverband.
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