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PM
vom 18.02.08:
Am Morgen
des vergangen Samstag, den 16.02.08, überfielen drei Neonazis das
Geschäft einer vietnamesischen Blumenhändlerin in der Flämingstraße in
Marzahn-Nord. Die Täter zerschlugen die Fensterscheibe des Geschäfts,
stießen die Besitzerin zu Boden und raubten Bargeld aus der Kasse.
Etwa 5min später griffen die Nazis eine vietnamesische Mutter, die mit
ihrer zwei-jährigen Tochter an einer Straßenbahnstation wartete, an,
beleidigten sie fremdenfeindlich und schlugen ihr mehrfach ins
Gesicht. Als die Frau mit ihrem Kinderwagen flüchtete, warfen die
Täter Steine aus dem Gleisbett nach ihr. Beide Opfer mussten ambulant
im Krankenhaus behandelt werden, das Kind blieb unverletzt.
Weiterhin wurde am Morgen des 17.02.08 ein Taxifahrer mit
libanesischer Herkunft von zwei Fahrgästen in Marzahn fremdenfeindlich
beschimpft. Als er die beiden daraufhin aufforderte sein Fahrzeug zu
verlassen, wurde er weiter beleidigt und am Daumen verletzt.
Dazu
erklärt Daniel Neumann vom Antifaschistischen Bündnis
Marzahn-Hellersdorf: „Immer wieder kommt es in Marzahn-Hellersdorf zu
rassistischen Übergriffen und Pöbeleien. Die Täter sind jedoch zumeist
keine organisierten Nazis mit ideologisch geschlossenem Weltbild,
sondern gewöhnliche Schläger mit rassistischen Ressentiments. Die
rechtsextreme NPD versucht durch einfache Antworten auf
gesellschaftliche Probleme und die Benennung von vermeintlich
schuldigen Minderheiten, bei diesen Marzahn-HellersdorferInnen Stimmen
zu fangen.
Im
Juli
2005 fand ein NPD-Aufmarsch unter dem Motto „Lernmittelfreiheit statt Multikulti" in Marzahn-Nord statt. Bei der vergangenen Wahl im
September 2006 erhielten die Nazis im dortigen
Wahlbezirk 119 mit
10,1% der abgegebenen Stimmen das zweithöchste Ergebnis in Berlin.
Im April 2007 kam es zu einem brutalen
Übergriff durch Nazis auf zwei
Jugendliche in der Rosenbecker Straße und erst im
vergangenen
Monat musste die Polizei wegen lauter Nazimusik zu Privatpartys im
Belziger Ring und der Kölpiner Straße
ausrücken. Die Überfälle vom Samstag reihen sich ein in eine
Kontinuität rechter Aktivitäten in Marzahn-Nord und im gesamten
Bezirk.
So
versuchten ebenfalls im Januar 2008 30 Neonazis die
Eröffnung einer
Ausstellung über Neofaschismus anlässlich des Auschwitzgedenkens
im Freizeitforum Marzahn zu stören und Studierende der ASFH wurden
von Marktbetreibern in der Angstzone Helle Mitte aufgrund eines
aufgehängten Transparentes
bedroht und beleidigt.
Die Probleme
mit Alltagsrassismus, rechtsextremer Gewalt, sowie mangelnde
Zivilcourage in Marzahn-Hellersdorf müssen endlich erkannt und
offensiv thematisiert, antifaschistische und zivilgesellschaftliche
Gruppen und Projekte gefördert und in zukünftige Initiativen des
Bezirksamtes mit eingebunden werden. Marzahn-Hellersdorf hat ein
Naziproblem.
Dem wird bisher noch zu oberflächlich entgegen gewirkt.“
Weitere Infos über
Naziaktivitäten in Marzahn-Hellersdorf in der
Chronik des ABM
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